Beiträge des ZeMKI zu Menschenrechten und digitaler Autonomie auf REMIT-Konferenz
20. Mai 2026
Die ZeMKI-Mitglieder Dr. Dennis Redeker und Dr. Chiara Spiniello nahmen an der Second Annual Conference des Horizon-Europe-Projekts REMIT (Reignite Multilateralism via Technology) teil, die am 15. und 16. April 2026 an der Luiss Università di Roma in Rom stattfand. Die Konferenz brachte führende Wissenschaftler:innen und politische Entscheidungsträger:innen zusammen, um die Governance strategischer Technologien zu erörtern, wobei der Schwerpunkt auf digitaler Souveränität, dem wachsenden geopolitischem Wettbewerb und dem Schutz der Menschenrechte im digitalen Raum lag.
Dennis nahm an der Podiumsdiskussion „Human Rights and Digital Governance“ teil, in deren Rahmen er Forschungsergebnisse zum Global Digital Compact (GDC) und zur Rolle des Globalen Südens in aktuellen Debatten zur digitalen Governance vorstellte. Auf der Grundlage von Interviews mit Akteuren des GDC-Prozesses untersuchte er, wie konkurrierende Diskurskoalitionen die laufenden Verhandlungen über globale digitale Governance und Multilateralismus prägen. Sein Vortrag beleuchtete Spannungen zwischen Multistakeholder-Ansätzen, souveränistischen Visionen digitaler Governance und Perspektiven auf Menschenrechte im digital Raum und hob dabei die wachsende geopolitische Bedeutung der Länder des Globalen Südens hervor. Chiara leistete einen Beitrag zum Panel „Digital Autonomy and International Relations“, das sich mit den politischen und wirtschaftlichen Herausforderungen im Zusammenhang mit der strategischen Autonomie Europas im digitalen Bereich befasste. Ihr Beitrag konzentrierte sich auf die Zielkonflikte und die sich wandelnde Dynamik der strategischen Autonomie in der Technologie-Governance und trug zu einer breiteren Diskussion über Europas Abhängigkeit von externen technologischen Infrastrukturen und die Notwendigkeit koordinierter Ansätze für digitale Resilienz bei.
Die REMIT-Konferenz behandelte ein breites Spektrum an Themen, darunter KI-Governance, Cybersicherheit, militärische KI, Plattformregulierung, digitale Demokratie und die Geopolitik technologischer Infrastrukturen. Zu den wiederkehrenden Themen in den Diskussionen gehörten Europas Streben nach digitaler Souveränität, die Rolle der Menschenrechte in der Technologie-Governance und die Fragmentierung globaler Governance-Institutionen. REMIT ist ein von „Horizon Europe“ finanziertes Forschungsprojekt, das untersucht, wie strategische Technologien an der Schnittstelle von Geopolitik und globaler Governance gesteuert werden, wobei der Schwerpunkt auf der Analyse des derzeitigen Multilateralismus und dessen Chancen für die zukünftige Governance liegt. Das Projekt bringt Forscher:innen aus ganz Europa zusammen, um evidenzbasierte politische Empfehlungen zu neuen Technologien wie künstlicher Intelligenz, Cybersicherheit, Biotechnologien, Quantencomputing und digitalen Infrastrukturen wie 5G/6G zu entwickeln. Am ZeMKI wird eines der Work Packages (WP3: „Normative Construction of Technology Governance“) des REMIT-Projekts koordiniert.
