Transformationsprozesse der digitalen Klimakommunikation
- Promotionsprojekt
Wie verändert die digitale Plattformgesellschaft unsere Wahrnehmung des Klimawandels – und wer prägt heute das öffentliche Wissen darüber? Die Dissertation untersucht, wie visuelle Kommunikationspraktiken, neue Akteursgruppen und der Einsatz generativer KI die Klimakommunikation auf TikTok, Instagram oder YouTube transformieren. Sie zeigt, wie sich Sichtbarkeit, Autorität und Vertrauen im Zusammenspiel von Plattformlogiken, multimodalen Formaten und neuen Kommunikator:innen verschieben – und was dies für die Zukunft der Wissenschaftskommunikation und des öffentlichen Umgangs mit Wissen bedeutet.
Das Promotionsprojekt „Communicating Climate in the Digital Platform Society: Visual Practices, New Communicators and the Rise of GenAI in Science Communication“ untersucht, wie sich die Kommunikation über den Klimawandel in sozialen Medien verändert, und was dies für Wissenschaftskommunikation, Öffentlichkeit und den öffentlichen Umgang mit Wissen bedeutet. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie sich beliebte digitale Plattformen wie TikTok, Instagram oder YouTube auf die Sichtbarkeit und Glaubwürdigkeit wissenschaftlicher Akteure auswirken und welche neuen Formen der Klimakommunikation dabei entstehen.
Soziale Medien haben die Wissenschaftskommunikation grundlegend verändert. Sie bieten einerseits neue Möglichkeiten, wissenschaftliche Themen kreativ, visuell und direkt zu vermitteln. Andererseits prägen ihre audio-visuellen Formate, schnelllebigen Aufmerksamkeitslogiken und intransparenten Empfehlungsalgorithmen zunehmend, wer gehört wird und wie Wissen vermittelt wird. Neben klassischen Akteuren wie Forschenden oder Journalist:Innen treten heute Influencer:Innen, Aktivist:innen und sogar KI-gestützte Accounts als neue Stimmen auf – oft mit erheblichem Einfluss auf Wahrnehmung und Deutung wissenschaftlicher Themen.
Die Dissertation untersucht diese Veränderungen auf unterschiedlichen Ebenen der digitalen Wissenschaftskommunikation. Sie analysiert, wie sich Kommunikationspraktiken, Akteursrollen und technologische Entwicklungen gegenseitig beeinflussen und welche neuen Formen von Sichtbarkeit, Autorität und Vertrauen daraus entstehen. Dabei verbindet das Projekt groß angelegte Analysen digitaler, multimodaler Inhalte mit theoretischen Reflexionen über den Wandel von Öffentlichkeit, Medialität und Wissen im Kontext sozialer Plattformen und generativer KI.
Das Projekt verbindet hiermit theoretische Perspektiven aus Medialisierungs-, Plattform- und Wissenschaftsforschung mit Methoden der Computational Communication Science. Ziel ist es, die tiefgreifende Transformation der öffentlichen Klimakommunikation im digitalen Zeitalter zu verstehen: von der Dominanz textbasierter Medien hin zu einer visuell-emotionalen, algorithmisch strukturierten Kommunikationskultur, in der neue Akteure und Technologien das Verhältnis von Wissenschaft, Öffentlichkeit und Vertrauen neu aushandeln.
