- Laufzeit: 2022 – 2024
- Projektleitung: Dr. Dennis Redecker
Leitung: Dr. Dennis Redeker
Finanzierung: Bundesamt für Kommunikation (BAKOM), Schweiz
Social-Media-Plattformen wie Facebook, X und TikTok sind die „new governors“ (Klonick) oder „custodians“ Gillespie) des Internets. Die Art und Weise, wie sie die globale Online-Kommunikation moderieren wirkt sich auf die Kommunikationspraktiken von Milliarden Menschen aus und kann über den Erfolg oder Misserfolg sozialer Bewegungen entscheiden oder ein entscheidender Risikofaktor für Menschenrechtsverletzungen sein. Diesen Plattformen schließen sich zunehmend Staaten, internationale Organisationen, die Zivilgesellschaft und Journalisten an, wenn es darum geht, die Grenzen der Online-Sprache zu definieren und zu interpretieren, sei es durch Gesetze, Richtlinien oder indem sie den Plattformen helfen, Fehlinformationen von legitimen Inhalten zu unterscheiden. Allerdings wird zunehmend die Frage nach der Legitimität dieser neu entstehenden Regeln und der unterliegenden Entscheidungsprozesse für die Online-Kommunikation aufgeworfen. Es gibt jedoch kaum empirische Belege für die Einstellung der Nutzer:innen sozialer Medien zu der Frage, wer mit welcher Rolle bei der Moderation von Inhalten betraut werden sollte.
Das Forschungsprojekt am ZeMKI zielte darauf ab, im Rahmen des Platform Governance Survey relevante Meinungsdaten zu sammeln. Die Umfrage richtete sich an Nutzer:innen der wichtigsten Social-Media-Plattformen und sollte Aufschluss über Einstellungen und Präferenzen in Bezug auf die Moderation von Inhalten geben. Das Projekt konzentrierte sich auf Länder in Afrika, Asien und Lateinamerika, ermöglichte aber auch einen Vergleich mit der öffentlichen Meinung in Europa. Eine quantitative Umfrage wurde zwischen Ende 2022 und März 2023 in 41 Ländern in sechs verschiedenen Sprachen durchgeführt. Die Analyse hat länderspezifische, geschlechts- und altersbedingte Unterschiede aufgezeigt und erörtert, in welchen Ländern die Nutzer:innen sozialer Medien eher dazu neigen, eine stärkere Rolle des Staates bei der Moderation von Inhalten zu akzeptieren.
