Workshop: Yugoslav Women Film Workers and Their Films
4. Februar 2026
Ein neuer Workshop, der von den ZeMKI-Mitgliedern Dr. Vesi Vuković und Prof. Dr. Winfried Pauleit sowie Prof. Dr. Sanja Bahn von der University of Essex organisiert wird, befasst sich mit jugoslawischen Filmemacherinnen, die in den historischen Darstellungen des Kinos der Sozialistischen Föderativen Republik Jugoslawien (etwa von 1947 bis 1991) weitgehend übersehen werden. Er untersucht die Arbeit hinter der Kamera, beispielsweise von Filmregisseurinnen, Cutterinnen und Drehbuchautorinnen.
Das Kino der SFR Jugoslawien war überwiegend männlich dominiert, mit weitaus weniger Regisseurinnen, Drehbuchautorinnen und Kamerafrauen. Im Gegensatz dazu gab es zahlreiche jugoslawische Filmcutterinnen, deren Arbeit jedoch ebenfalls unterschätzt wurde. Heute sind diese Frauen aus allen Filmberufen (hinter den Kulissen) in der Filmgeschichtsschreibung weitgehend nicht vertreten. Ihre Filme sind selten digitalisiert (insbesondere die von Regisseurinnen), was den Zugang zu ihnen erschwert. Darüber hinaus besteht die Gefahr, dass sie aufgrund der Verschlechterung des analogen Filmmaterials für immer verloren gehen. Der Workshop möchte dies ändern. Zu seinen Zielen gehören die Sensibilisierung für vergessene jugoslawische Filmschaffende und ihre Filme, die Erforschung von Archivarbeit und Erinnerung sowie die Untersuchung der Politik der Filmdigitalisierung.
Der Workshop findet am 9. und 10. April 2026 im Hanse-Wissenschaftskolleg in Delmenhorst (Deutschland) statt. Mit diesem Workshop möchten die Organisatoren Dr. Vesi Vuković (Universität Bremen), Prof. Dr. Winfried Pauleit (Universität Bremen) und Prof. Dr. Sanja Bahun (Universität Essex) das Interesse an diesen Filmschaffenden wecken, sich für ihre Anerkennung einsetzen und die Erhaltung ihrer Filme unterstützen. Um das Wissen über diese vergessenen Frauen zu verbreiten, planen die Organisatoren, renommierte internationale Referenten zum jugoslawischen Kino einzuladen, darunter jugoslawische Filmwissenschaftler, Programmgestalter und einen Filmregisseur. Der Workshop wird die Bedeutung der Kuratierung und Vorführung hervorheben, um das kulturelle Gedächtnis der jugoslawischen Filmemacherinnen zu bewahren. Er wird auch die Dringlichkeit und Notwendigkeit der Digitalisierung der Werke jugoslawischer Filmemacherinnen betonen.
Der Schwerpunkt des Workshops liegt auf den Werken von Filmemacherinnen in der Zeit der FNR/SFR Jugoslawien (1945-1991). Vorschläge zu Themen, die sich mit allen Arten des jugoslawischen Kinos befassen, sind herzlich willkommen: von professionellen und amateurhaften, von Kurz- und Langfilmen und aus allen Genres (wie z. B. Experimental-, Dokumentar-, Spiel- und Animationsfilmen).
Die Themen können sich unter anderem auf folgende Bereiche beziehen:
- Jugoslawische Frauen hinter der Kamera, wie z. B.: Regisseurinnen, Cutterinnen, Kamerafrauen und Drehbuchautorinnen
- Filme von jugoslawischen Filmschaffenden
- Darstellungen von Geschlechterrollen in jugoslawischen Filmen von Regisseurinnen
- Jugoslawische Filmschaffende und die Gleichstellungspolitik des sozialistischen Staates
- Jugoslawische Filmschaffende, Erinnerung und Archive
- Vorführung, Programmierung und Kuratierung von Filmen jugoslawischer Filmemacherinnen
- Jugoslawische Frauen in der Filmpolitik
Der Workshop wird eine kleine Veranstaltung sein, die zwei Tage dauert. Aufgrund seines hybriden Formats (vor Ort und online) steht er Studierenden der Universität Bremen, Wissenschaftlern, HWK-Alumni und Stipendiaten sowie der allgemein filminteressierten Öffentlichkeit nach vorheriger Anmeldung offen.
Durch diesen für 2026 geplanten Workshop sollen vergessene Perspektiven von Frauen im jugoslawischen Filmschaffen sichtbar gemacht und hoffentlich vor dem Verlust bewahrt werden.
Dieser Workshop wird vom Hanse Wissenschaftskolleg: Institut für fortgeschrittene Studien, Delmenhorst (Deutschland) unterstützt. Die Forschung von Dr. Vesi Vuković wird von EU Horizon Europe im Rahmen des Marie Skłodowska-Curie COFUND-Stipendiums Nr. 101081327 YUFE4Postdocs unterstützt.
Kontakt:
Dr. Vesi Vuković: vvukovic@uni-bremen.de
Prof. Dr. Winfried Pauleit: pauleit@uni-bremen.de
Prof. Dr. Sanja Bahun: sbahun@essex.ac.uk
