
Neue Publikation analysiert globale Zukunftsvorstellungen zu KI
10. Juli 2025
Wie wird die Zukunft von Künstlicher Intelligenz (KI) in unterschiedlichen Ländern gedacht – und wer prägt diese Vorstellungen? Dieser Frage geht eine neue Studie nach, die im Journal of Science Communication erschienen ist. Der Artikel wurde von unseren PGMT Lab-Mitgliedern Vanessa Richter und Prof. Christian Katzenbach im Rahmen des Projekts „Imaginaries of AI” (finanziert durch die DFG und den SNF, 450649594) verfasst.
Das Paper untersucht, wie zentrale gesellschaftliche Akteure – etwa aus Politik, Industrie, Wissenschaft, Medien und Zivilgesellschaft – in den USA, China und Deutschland unterschiedliche „soziotechnische Imaginationen“ von KI entwickeln und verhandeln. Diese Imaginationen sind nicht nur kulturell geprägt, sondern politisch umkämpft: Sie beeinflussen maßgeblich, wie KI reguliert, genutzt und öffentlich diskutiert wird.
Die vergleichende Analyse macht deutlich, dass es keine einheitlichen nationalen Sichtweisen gibt, sondern vielschichtige, teils widersprüchliche Diskurse, in denen Interessen und Deutungsmuster aufeinandertreffen. Dabei zeigt sich: Auch wenn globale Narrative wie der „KI-Wettlauf“ in allen Ländern präsent sind, unterscheiden sich die konkreten Zukunftsbilder erheblich – etwa zwischen europäischer Regulierungsvorstellung, amerikanischem Innovationsnarrativ und Chinas staatszentrierter Technologiepolitik.
Die Studie zeigt exemplarisch, wie KI als gesellschaftliche Technologie diskursiv co-konstruiert wird – und wie Governance-Strukturen durch konkurrierende Zukunftsvorstellungen herausgefordert werden.
Zur Publikation: Richter, V., Katzenbach, C. & Zeng, J. (2025). Negotiating AI(s) futures: Competing imaginaries of AI by stakeholders in the U.S., China, and Germany. JCOM 24(02), A08. https://doi.org/10.22323/2.24020208