Projekt „We The (Social) Media“ erforscht soziale Netzwerke und soziale Bewegungen
30. März 2026
Seit 2023 erforscht das Projekt We The (Social) Media (WTSM), wie soziale Bewegungen soziale Netzwerke nutzen und welche Herausforderungen dabei entstehen. Das vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) geförderte Projekt läuft bis 2026 und wird von Prof. Dr. Andreas Breiter geleitet.
Im Mittelpunkt steht die Frage, wie soziale Medien Kommunikation, Organisation und Sichtbarkeit sozialer Bewegungen beeinflussen. Dabei zeigte sich früh, dass digitale Teilhabe nicht für alle gleichermaßen möglich ist. Die wissenschaftliche Mitarbeiterin Anna Ricarda Luther erklärt: „Ausgangspunkt meiner Forschung war die Frage, wie soziale Bewegungen soziale Medien für ihre Zwecke nutzen. Im Austausch mit Aktivist:innen wurde schnell deutlich, wie stark Hassrede ihre Arbeit belastet, Ressourcen bindet und darüber mitentscheidet, wer sich an digitalen öffentlichen Diskursen beteiligen kann.“
Diese Erkenntnisse führten zu einer stärkeren Fokussierung auf Fragen digitaler Sicherheit und Plattformgestaltung:„Diese Erkenntnis hat den Fokus unserer Forschung verschoben: hin zu Fragen von Sicherheit, Content Moderation und Gestaltung digitaler Räume aus der Perspektive Betroffener.“
Besonders relevant ist das Thema Content Moderation angesichts aktueller Entwicklungen auf großen Plattformen. Luther betont: „Content Moderation befindet sich aktuell im Umbruch: Soziale Plattformen verändern ihre Moderationsrichtlinien, bauen Stellen im Bereich Trust & Safety ab und setzen zunehmend auf automatisierte Systeme, die oft scheitern.“ Dies habe weitreichende Folgen „für Meinungsfreiheit, Sicherheit und den Schutz marginalisierter Gruppen – und macht eine kritische wissenschaftliche Auseinandersetzung dringender denn je.“
WTSM ist ein Teilprojekt von DataNord, dem interdisziplinären Datenkompetenzzentrum für die Region Bremen, und vernetzt Informatik, Politik- und Kommunikationswissenschaft. Aktuelle Ergebnisse wurden unter anderem auf der Conference on Human Factors in Computing Systems (CHI) 2025 in Yokohama vorgestellt und veröffentlicht. Darüber hinaus bringt das Projekt seine Forschung regelmäßig in öffentliche Debatten ein – zuletzt im CAISzeit Podcast sowie bei einem Talk auf der re:publica 2025.
Mehr Informationen zum Projekt gibt es auf der Projektseite.
