Neues ZeMKI-Arbeitspapier Nr. 57 veröffentlicht
3. März 2026
Das neue Arbeitspapier des ZeMKI von Eugenia Siapera mit dem Titel „From Disruption to Reaction: The Eschatology of Silicon Valley“ ist nun verfügbar.
Worum geht es?
Dieser Artikel vertritt die These, dass die offensichtliche Rechtswende des Silicon Valley eher eine strukturelle Kontinuität als einen Bruch mit seiner Gründungsideologie widerspiegelt. Anhand einer Rekonstruktion der Genealogie der kalifornischen Ideologie wird aufgezeigt, wie sich die Verschmelzung von libertärem Marktdenken und gegenkulturellem Individualismus zu Technokratie, Meritokratie und staatlichem Plattformkapitalismus entwickelte. Diese Formationen weisen deutliche Affinitäten zu neoreaktionären und akzelerationistischen Strömungen auf, die Demokratie zugunsten einer hierarchischen Expertenherrschaft ablehnen. Ausgehend von Geigers Begriff der Hightech-Eschatologie argumentiert der Artikel, dass die heutigen Tech-Eliten apokalyptische und erlösende Narrative mobilisieren, um die technologische Dominanz als unvermeidlich und heilsbringend darzustellen. Das Endspiel des Silicon Valley erscheint somit als eine postdemokratische Ordnung, in der Optimierung die Gleichheit ersetzt und das technologische Schicksal die politische Entscheidung ersetzt.
