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Am 28. März wurde im Rahmen des Filmfest Bremen erneut die Preisausgabe zum Kurzfilmwettbewerb „Klappe!“ veranstaltet. In diesem Jahr ging der erste Jurypreis an Lukas Brennecke, ehemaliger Master-Student des ZeMKI und der Universität Bremen. Im Zuge dessen hat Lukas Brennecke uns in einem kurzen Interview einen näheren Einblick in den kreativen Prozess des Kurzfilms erlaubt.

Über Lukas Brennecke

Lukas Brennecke hat von 2016 bis 2020 seinen Bachelor in „Kommunikations- und Medienwissenschaft” an der Universität Bremen mit Beifach „Philosophie” absolviert und schließlich von 2020 bis 2025 das Studium mit einem Master in „Medienkultur und Globalisierung” beendet.

Er ist junger Filmschaffender aus der Nähe Bremen, der bisher an vielen Musikvideo-, studentischen Kurzspielfilm-, Workshop- und kommerziellen TV-Filmproduktionen Erfahrungen in den Departements Regie, Produktion, Drehbuch, Aufnahmeleitung und Postproduktion gesammelt hat.

Für mehr Informationen hier.

Filmfest Bremen – Kurzfilmwettbewerb klappe! 2026

Der Kurzfilmwettbewerb „Klappe!“ richtet sich an Filmschaffende aller Erfahrungsstufen. Die Herausforderung: Innerhalb von nur 48 Stunden muss ein Kurzfilm mit einer maximalen Länge von drei Minuten konzipiert, gedreht und fertiggestellt werden. Dabei gilt es, ein vorgegebenes Motto sowie ein verpflichtendes Requisit kreativ umzusetzen. 2026 lautete das Thema „Ganz dünnes Eis“, der einzubauende Gegenstand war ein Kompass.

Weitere Informationen zum Kurzfilmwettbewerb „Klappe!“ finden Sie hier.

„Me Tu Comprandas?“ überzeugt die Jury

Mit ihrem Kurzfilm „Me Tu Comprandas?“ sicherten sich Lukas Brennecke und Mirko Bertermann den ersten Jurypreis zum zweiten Mal in Folge.

„Me Tu Comprandas?“ ist die 5te Einreichung von Lukas Brennecke für den 48-Stunden Kurzfilmwettbewerb „Klappe!“ und die 3te für Mirko Bertermann.

Nach „NÄCHSTER“ (2022, 1. Jurypreis, 1 Publikumspreis) und „FREEDOM DAY“ (2023), welches beide Solo-Projekte von Lukas Brennecke waren sowie „Alles für Nichts“ (2024) und „K(l)ein Problem“ (2025, 1. Jurypreis), die Mirko und Lukas bereits in gemeinsamer Zusammenarbeit verwirklichten, haben die beiden sich für diesen Kurzfilm ein drittes Mal zusammengefunden. Binnen eines Tages waren alle Szenen zu dem vorgegebenen Thema „Ganz dünnes Eis“ abgedreht, sodass die Postproduktion entspannt bis Sonntagnachmittag alles fertigstellen konnte.

Hier geht es zum Kurzfilm.

Lukas Brennecke zu „Me Tu Comprandas?“

Frage: Was ist die Bedeutung hinter dem Titel?

Antwort: Der Titel greift eine Situation im Film auf, in welcher die KI und der Protagonist hinsichtlich der schlecht übersetzten Nachfrage „hast du mich verstanden?“ streiten und ein kleiner Machtkonflikt zwischen beiden deutlich wird. Da dieses kleine Hin und Her bereits den zentralen Konflikt des Films zwischen KI und Protagonist vorgreift, eignete sich die Aussage als idealer Filmtitel, ohne bereits zu viel vorwegzunehmen.

Frage: Wie seid ihr bei dem Motto „Ganz dünnes Eis“ auf einen Kurzfilm in Bezug auf Künstliche Intelligenz gekommen?

Antwort: Wir fanden es besonders spannend, das Motto „Ganz dünnes Eis“ in Bezug auf fragile Machtverhältnisse zu beziehen, die ganz schnell umkippen können. Der Protagonist sieht sich zunächst gegenüber der Künstlichen Intelligenz (dem „Kompassisstenten“) in der Macht, da er in ihr nichts weiter als ein technisches Hilfsmittel sieht, dass einem Zweck dienlich sein soll: wird sie aufmüpfig, begibt sie sich auf dünnes Eis. Später kehrt sich das um, als er allmählich realisiert, wie viel Autonomie über sein Leben er der KI übertragen hat.

Frage: Auch wenn dein diesjähriger Kurzfilm eine Komödie ist, hatte sie doch beim Schauen einen ernsten Unterton. Gibt es eine Message/Bedeutung, die du dem Publikum auf jeden Fall übermitteln wolltest?

Antwort: „Me Tu Comprandas?“ arbeitet viel mit Humor und spielerischen Elementen, die natürlich unterhalten sollen, hat aber auch einen ernsteren Einschlag. Wir fanden es spannend, nachdem wir im letzten Jahr eine reine Komödie gedreht hatten, dieses Mal eine kleine Progression von lockerer Comedy zu einer ernsteren, fast dystopischen Message zu zeigen. Dabei spitzt der Film natürlich immer noch zu und soll in den kurzen drei Minuten Länge primär unterhalten, verfolgt aber auch das Ziel, die große Präsenz von Künstlicher Intelligenz im Alltag vieler Menschen und die damit verbundene Abhängigkeit als etwas durchaus Gefährliches zu verarbeiten.