Prof. Dr. Johan Söderberg (University of Gothenburg, Sweden) Making Ibogaine into a Medicine: Self-Governance of Risk in a Global Network for Alternative Addiction Treatment
- Datum: 13. January 2027
- Uhrzeit: 16:15
- Strasse: Linzer Str. 4
- Ort: 28359 Bremen, DE
- Raum: 60.070
Abstract:
Der kontrollierten Substanz „Ibogaine“ werden einzigartige Eigenschaften zur Unterbrechung von Suchterkrankungen zugeschrieben. Aufgrund seines illegalen Status wurde die Anwendung des Wirkstoffs zur Behandlung von Substanzabhängigkeit von einem Netzwerk aus Süchtigen und Aktivisten der Schadensminderung in Untergrund- und Offshore-Kliniken erforscht. Söderberg präsentiert die Ergebnisse einer mehrjährigen, an mehreren Standorten durchgeführten Fallstudie über ein globales Netzwerk von Ibogain-Anbietern, die mit den therapeutischen Eigenschaften von Ibogain experimentieren und gleichzeitig die Risiken bei der Verabreichung dieses potenziell kardiotoxischen Wirkstoffs minimieren. Die Fallstudie lädt dazu ein, die Möglichkeiten (oder deren Fehlen) einer medizinischen Subkultur zu untersuchen, um eine globale Governance-Struktur ohne öffentliche Finanzierung und staatliche Regulierung zu schaffen.
Bio:
Johan Söderberg ist Professor für Wissenschaftstheorie an der Universität Göteborg und Fellow am Hanse-Wissenschaftskolleg in Delmenhorst. Sein jüngstes Buch trägt den Titel „Resistance to the Current: Dialectics of Hacking“ (MIT Press, 2022, gemeinsam mit Maxigas verfasst). Seine Fallstudien stammen aus verschiedenen empirischen Bereichen – Hacking, Suchtbehandlung, Legal Highs – und zielen darauf ab, alternative Formen der Wissensproduktion sowie Konflikte um Fachkompetenz und institutionelle Autorität zu beleuchten.
