Guofei Gao (Zhejiang University, China): "Structure and Reproduction of Media Relationships: Exploring Possible Research Paths for Media and Social Change"
- Datum: 10. December 2025
- Uhrzeit: 16:15
- Strasse: Linzer Str. 4
- Raum: 60.070
Diese Studie untersucht den Zusammenhang zwischen nicht-repräsentativen Medien (wie Mikroskopen) und langfristigen sozialen Veränderungen. Die bestehende Medienforschung konzentriert sich überwiegend auf Praktiken auf Mikroebene oder nutzt repräsentative Medien (Print, Fernsehen, Internet) als Marker für die Periodisierung der Gesellschaft, während nicht-repräsentative Medien, die mehrere soziale Ebenen umfassen, übersehen werden. Unter einem breiten Medienbegriff sind neue theoretische Ansätze erforderlich, um zu verstehen, wie nicht-repräsentative Medien wie Mikroskope mit langfristigen sozialen Transformationen zusammenhängen. Ausgehend von einer Medienperspektive mit spezifischen Medienobjekten als Forschungsgegenstand verwendet diese Studie „Medienbeziehungen” als zentrales Analysekonzept und konstruiert einen zweidimensionalen Rahmen der „Medienbeziehungsstruktur-Reproduktion”, um Medienpraktiken auf Mikroebene mit gesellschaftlichem Wandel auf Makroebene zu verbinden. Die Studie schlägt Folgendes vor: (1) Die Medienperspektive umfasst zwei Kernelemente: die Materialität und die Relationalität von Medienobjekten. Dabei werden Beziehungen eher als Kontext denn als ontologische Beziehungen verstanden, materielle Eigenschaften existieren innerhalb von Beziehungen, und Medien treten als nicht-essentialistische Kontextformationen in Erscheinung. (2) Mediengeschichte ist die Geschichte von Medienbeziehungen. Medienbeziehungen sind sowohl das Objekt, auf das Medien einwirken, als auch der Kontext, in dem Medien angesiedelt sind. (3) Im Gegensatz zu den meisten Studien, die sich auf strukturelle Dimensionen konzentrieren, schlägt diese Untersuchung zwei analytische Dimensionen von Medienbeziehungen vor: die Struktur von Medienbeziehungen und die Reproduktion von Medienbeziehungen. Die Struktur von Medienbeziehungen (vertikale Dimension) bezieht sich auf die strukturellen Merkmale zwischen relationalen Elementen, die durch Medienobjekte vermittelt werden. Die Reproduktion von Medienbeziehungen (horizontale Dimension) bezieht sich auf den Umfang der Verbreitung und den Grad der Institutionalisierung von Medienbeziehungsstrukturen. Diese beiden Dimensionen bilden sich gegenseitig dynamisch und positionieren Medienobjekte gemeinsam in bestimmten Kontexten. (4) Sozialer Wandel ist kein externer Hintergrund für Medien, sondern ein Prozess, der sich durch Medienbeziehungen manifestiert und verwirklicht. Aufbauend auf diesem theoretischen Ansatz versucht diese Studie, die medienhistorischen Narrative von Objekten wie Mikroskopen weiter zu untersuchen.
Lebenslauf:
Guofei Gao ist Doktorandin an der Zhejiang-Universität in China. Sie erhielt ihren Bachelor-Abschluss von der Renmin-Universität China und ihren Master-Abschluss von der Minzu-Universität China. Ihre aktuellen Forschungsinteressen umfassen Mediensoziologie, Medienphilosophie und Mediengeschichte. Sie hat in führenden chinesischen Fachzeitschriften veröffentlicht. Ihre Doktorarbeit konzentriert sich auf die Mediengeschichte des Mikroskops und untersucht, wie dieses nicht-repräsentative Medium die Wissenschaft geprägt hat.
Zum Abstract als Download: Research-Seminar_2025-12-10_Gao
