ComAI P1: „Pioniergemeinschaften: Imaginationen kommunikativer KI und ihre möglichen Zukünfte”
20. April 2026
Das erste Teilprojekt der Forschungsgruppe ComAI mit dem Titel „Pioniergemeinschaften: Imaginationen kommunikativer KI und ihre möglichen Zukünfte” analysiert ausgehend von historischen Bedingungen im Silicon Valley sowie den aktuellen Entwicklungen bei OpenAI (GPT-4), wie Pioniergemeinschaften die Entstehung und Verbreitung kommunikativer Künstlicher Intelligenz (KI) prägen. Ziel ist es, zu verstehen, wie soziale und materielle Faktoren die heutige KI-Landschaft formen.
Pioniergemeinschaften werden als Gruppen definiert, die durch Imagination und experimentelle Praktiken „soziale Horizonte“ zukünftiger KI schaffen. Das Projekt untersucht sowohl historische technische Bewegungen als auch aktuelle Akteure und deren Einfluss auf die gesellschaftliche Verbreitung kommunikativer KI.
Erste Erkenntnisse zeigen, dass Vorstellungen von KI stark in der imaginativen Landschaft des Silicon Valley verankert sind. Chancen und Risiken von KI befeuern ein Wettrennen, bei dem die zentrale Frage oft untergeht: in welcher Gesellschaft wollen wir leben? Gleichzeitig stimuliert das Thema KI weltweit politisches Engagement und Debatten über die Gestaltung der Zukunft von Öffentlichkeit.
Projektleiter Prof. Dr. Andreas Hepp betont, dass erst die Reflexion über mögliche Zukunftsszenarien Einfluss darauf gibt, wie eine Gesellschaft mit KI gestaltet wird. Die wissenschaftlichen Mitarbeitenden vertiefen diesen Ansatz: Carolin Müller hebt hervor, dass das Glauben an die Folgen von KI alle Menschen beschäftigt und das Gespräch mit Vordenker:innen entscheidend ist, um zu verstehen, wie dieses Glauben entsteht. Phillip Engelhardt verweist auf KI als öffentliche Infrastruktur, dessen Entwicklung an der Schnittstelle von Unternehmen und Tech-Bewegungen entschieden wird. Selim Başoğlu ergänzt, dass Pioniergemeinschaften nicht nur Zukunftsvorstellungen entwickeln, sondern auch die Zeitlichkeit von KI mitkonstruieren – ein zentraler Faktor für das Verständnis ihrer gesellschaftlichen Kommunikation.
Publikationen:
- Hepp, A. (2025). Approaching digital futures. Communication Theory. DOI
- Hepp, A. (2025). Figurationen digitaler Zukünfte. Berliner Journal für Soziologie, 35(1), 71-99. DOI
- Das Team plant außerdem ein Special Issue zu der Imaginative Landscape of AI. So soll auf gesellschaftliche Vorstellungen, politische Auseinandersetzungen und soziale Bewegungen aufmerksam gemacht werden, die um KI herum entstehen.
Mehr Informationen gibt es auf der Projektseite.
