Beitrag von Philip Sinner auf der DGPuK-Jahrestagung #rezfo26 in Klagenfurt
22. Januar 2026
Unter dem Titel „Zwischen Teilhabe und Silencing – Die Ambivalenz von Online-Diskussionen und ihre Konsequenzen“ findet an der Universität Klagenfurt in Österreich vom 21. bis 23. Januar 2026 die Jahrestagung der Fachgruppe Rezeptions- und Wirkungsforschung der Deutschen Gesellschaft für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft (DGPuK) statt. Die Jahrestagung 2026 behandelt aktuelle Forschung im Bereich der Mediennutzung und Medienwirkung in ihrer gesamten Breite. Das Tagungsprogramm umfasst dabei sowohl theoretische als auch empirische Beiträge.
Im Panel „Methodeninnovation und digitale Forschungspraxis“ ist auch ZeMKI-Mitglied Dr. Philip Sinner mit einem Beitrag vertreten. Gemeinsam mit Jörg-Uwe Nieland und Thomas Neumann berichtet er über die Ergebnisse einer qualitativen Studie zu Kommunikationsrepertoires und Kommunikationspraktiken von Sportvereinen und Fitnessstudios in Deutschland und Österreich. Im Mittelpunkt des Vortrags mit dem Titel „MeSort als innovatives Instrument zur Analyse von Kommunikationsrepertoires: Qualitative Analyse von Kommunikationspraktiken in deutschen und österreichischen Sportvereinen und Fitnessstudios“ stehen jedoch die am ZeMKI entwickelte Forschungssoftware MeSort und deren Potenzial für den Einsatz in Langzeitstudien und bei eigenständigen Sortierungen ohne begleitendes Interview. Ein Teil der Befragten wurde dabei im Rahmen von Leifadeninterviews gebeten, zwei Sortierungen zu den Kommunikationskanälen des Vereins/Studios durchzuführen und konnte dabei Rückfragen stellen bzw. erhielt Unterstützung durch den Interviewenden. Den anderen Befragten wurden die gleichen Sortieraufgaben gestellt. Diese erhielten jedoch Den Arbeitsauftrag und einen direkten Link zur MeSort-Studie per E-Mail zugesendet und mussten die Aufgaben eigenständig ausführen. Dazu erhielten sie eine Anleitung und wurden ergänzend gebeten, in MeSort zwei offene Fragen zu beantworten. Es zeigt sich, dass MeSort sehr gut dafür geeignet ist, auch eigenständig und ohne begleitendes Interview eingesetzt zu werden. Die Qualität und die Tiefe der eigenständigen Sortierungen weist nicht von den Interview-begleiteten Sortierungen ab. Eigenständige Sortierungen sollen dabei keine qualitativen Befragungsstudien ersetzen. Dieser Ansatz erweist sich aber als sehr gut geeignet, um etwa in einer Langzeitstudie die Zeit zwischen zwei großen Erhebungswellen zu überbrücken, um Datensätze rasch und unkompliziert zu aktualisieren und Panel-Pflege zu betreiben, sowie um im Falle größerer Distanzen oder eingeschränkter zeitlicher, finanzieller und personeller Ressourcen eine strukturierte Datenerhebung durchzuführen. Ein Beitrag dazu ist kürzlich im Methodenband „Medien-, Daten- und Vernetzungspraktiken erforschen. Methodische Konzepte und Forschungssoftware“ erschienen, der von den ZeMKI-Mitgliedern Prof. Dr. Andreas Hepp, Florian Hohmann und Dr. Philip Sinner herausgegeben wird.
